Gebaute Kremser Industriegeschichte erhalten
Der Schutz des Ortsbildes ist der Stadt Krems auch außerhalb des Welterbegebietes ein großes Anliegen. Eng mit der Geschichte von Krems als Industriestandort verbunden sind die großen Betriebe im Osten der Stadt, die noch heute Erscheinungsbild und Wirtschaftsstruktur gleichermaßen prägen.
Die Werkssiedlung Lerchenfeld wurde 1939-1940 nach den Plänen von Georg Lippert und Kurt Klaudy für die vorwiegend aus der Steiermark zugezogenen Arbeiter und deren Familien in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Blechwalzwerk der „Rottenmanner Eisenwerke, Schmid und CO KG“ errichtet. Die Siedlung sollte ihren Bewohner:innen Privatsphäre, sozialen Zusammenhalt und wirtschaftlich erschwinglichen Komfort ermöglichen. Um staatliche Fördermittel für diesen, damals äußerst fortschrittlichen Wohnbau zu lukrieren, wurde am 28. Februar 1939 die GEDESAG gegründet, die nach wie vor Eigentümerin der gesamten Anlage ist.
Das konsistente, ensemblehafte Erscheinungsbild der insgesamt 174 Reihenhäuser, 318 Wohnungen und 15 Geschäftslokale ist bis heute erhalten. Sowohl die städtebauliche Grundkonzeption als auch die formelle, architektonische Durchgestaltung der einzelnen Straßenabschnitte und Gebäude mit Steildächern, verputzten Lochfassaden und diversen fassadengliedernden Elementen, präsentieren sich weitestgehend unversehrt.
Um das zeittypische Erscheinungsbild durchgehend zu erhalten und trotzdem ausreichend Flexibilität für moderne Anforderungen, wie die Errichtung von PV-Anlagen auf den Dächern zu ermöglichen, wurde unter Federführung der Baudirektion eine Schutzzone mit entsprechenden Bebauungsbestimmungen entwickelt und vom Kremser Gemeinderat im Juni 2025 beschlossen. Damit endete die bislang gültige Bausperre. Sollten bauliche Maßnahmen in der Schutzzone geplant sein, ersucht die Baudirektion um frühzeitige Abklärung.
Alle Informationen zur „Schutzzone Werkssiedlung Lerchenfeld“ finden Sie unter
https://www.krems.at/wirtschaft/stadtentwicklung/schutzzonen
